Wien Architektur                                                               Ganze Seitenansicht                          Fenster schließen
- Dominik & Oliver

Überraschender Tod Joseph Maria Olbrichs

 

11. August 1908

Am 8. August verstarb der bekannte Architekt Joseph Maria Olbrich in Düsseldorf im 41. Lebensjahr. 1897 übertrug ihm die neu gegründete „Secession“ die Errichtung ihres Ausstellungslokales am Karlsplatz. Das Secessionsgebäude wurde innerhalb eines Jahres errichtet und zeigt einfache geometrische Formen. Besonders schön sind das Portal und die Kuppel aus vergoldeten Blättern. Die Kritiker nennen die Kuppel spöttisch „goldenes Krauthappel“. Der Innenraum ist optimal für Ausstellungen, da er keine festen Trennwände hat. Bis 1899 arbeitete Joseph Maria Olbrich im Atelier Otto Wagners. Diesen unterstützte er bei der Gestaltung der Stadtbahnbauten. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Darmstadt.

Meisterwerke des Jugendstils

 

5. Januar 1904 

Manche Stadtbahnstationen sind Meisterwerke des Jugendstils. So zum Beispiel die Station am Karlsplatz. 1892/93 bewarb sich Otto Wagner bei einem Wettbewerb um die Konstruktion der Wiener Stadtbahn.

Nachdem er den Wettbewerb gewonnen hatte, errichtete er zwischen 1894-1901 in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern das Stadtbahnnetz mit über 30 Stationen, Gleisanlagen, Brücken und Tunnel. Wagner legte nicht nur auf Technik viel Wert, sondern auch auf Schönheit. Zwischen den Eisenstützen sind weiße Marmorplatten, Wagner holte sich viele Anregungen aus der Renaissancezeit

 

Das Café Museum

 

10. April 1902

 

 

 

Ein Café Museum, das gibt’s auch?

Spötter nennen das Café Museum „Café Nihilismus“. Adolf Loos errichtete es im Jahre 1899.

Die karge Ausstattung ist für dieses Zeitalter revolutionär. Der Architekt hat alles weggelassen, was nicht der Funktion dient. Die Fassade ist glatt und schmucklos. Die Tische stehen frei im Raum, was die Kommunikation fördern soll. Adolf Loos hat sogar die Sessel selbst entworfen. Die Wiener lieben das Café Museum, das sich in den letzten Jahren zum Treffpunkt der Intellektuellen entwickelt hat

 

Grabmal oder Kirche?

 

10. Oktober 1890

 

Die vor kurzem fertig gestellte Kirche am Steinhof (Architekt: Otto Wagner) sieht aus wie ein indisches Grabmal. “Wir Christen verlangen von einer Kirche, dass sie auch wie eine Kirche aussieht,“ meinen viele Kritiker. Der Innenraum wird von einer Kuppel gekrönt.

Otto Wagner wollte die gesamte Nervenheilanstalt am Steinhof errichten, doch er wurde nur mit der Kirche beauftragt. Um allen Besuchern eine gute Sicht zu ermöglichen, machte er keine lang gestreckte Halle, sondern einen Zentralbau. Er ging besonders auf die Bedürfnisse Geisteskranker ein. Die Kirche hat schmale Bankreihen und einen gut zu reinigenden Boden. Auch die Weihwasserbecken sind eine Spezialkonstruktion.

 

Otto Wagner wurde am 13.7.1841 in Wien geboren. Seit den Siebzigern errichtete er einige Wiener Wohnhäuser und Wiener Amtsgebäude. Er interessiert sich für Stadtplanung und neue Bautechniken. In den 90er Jahren entwarf er die Pläne für die Hochbauten der Wiener Stadtbahn. Erst im vergangenen Jahr vollendete er in Wien das schönste Postsparkassenamt der Welt.