Wien Kunst                                                      Ganze Seitenansicht                   Fenster schließen
Julia & Karin

Kunst aus der Gefängnisszelle

20. Mai 1912

Den Künstler hemmen ist ein Verbrechen, es heißt Leben morden! Ich werde für meine Kunst und meine Geliebten gerne ausharren“, meint Egon Schiele, der in St. Pölten unter Arrest steht. Der am 12. Juli 1890 in Tulln geborene Künstler begann nach einer Ablehnung der Wiener Kunstgewerbeschule an der Akademie der Bildenden Künste in Wien zu studieren.1907 bezog er sein eigenes Atelier, im selben Jahr lernte er Gustav Klimt kennen. Anfänglich schien Schiele von Klimt abhängig zu sein. Doch bereits 1909 schloss sich Schiele mit anderen Künstlern zur „Neukunstgruppe“ zusammen. Schieles Hauptinteresse gilt den Portraits.

Er malt zahlreiche Selbstdarstellungen, aber auch Bildnisse von Frauen und Mädchen. Mit dem Model Wally Neuzil zog er 1911 nach Neulengbach. Dort wurde er am 13. April 1912 wegen angeblich versuchter Verführung einer Minderjährigen verhaftet. Nach 24 Tagen in Untersuchungshaft ist er nun im Gefängnis von St. Pölten. Dieses Aquarell entstand während seiner Untersuchungshaft.

 

E. Schiele, Tod und Mädchen

 

Die Wiener Werkstätte - ein unerreichbarer Höhepunkt des Kunsthandwerks?
13. Mai 1904
Zu Beginn dieses Jahres gründeten die Künstler Josef Hoffmann und Koloman Moser mit dem Bankier Fritz Waerndorfer  die Wiener Werkstätte. Damit wurde eine Institution ins Leben gerufen, die durch mustergültige Edelarbeit Wien zu internationaler Bedeutung verhelfen sollte. Die Wiener Werkstätte ist eine Zusammenschließung von Kunsthandwerkern in Wien. Ihr Ziel ist es, der Massenproduktion und gedankenlosen Nachahmung entgegen zu wirken. Das technische Mittel dazu sind erstklassige handwerkliche Fähigkeiten. „Unsere Stärke soll in guter Materialbehandlung bestehen“, formulierten die beiden Gründer Hoffmann und Moser in ihrem Arbeitsprogramm. Der Wiener Werkstätte ist kein Gegenstand zu unbedeutend, um nicht vom Künstler und Kunsthandwerker gestaltet oder veredelt zu werden. So entwerfen und erzeugen sie in Baubüros verschiedene Möbel, Geschirr, Besteck, Schmuck, Email, Keramik, Glas, Bucheinbände und Tapeten. Zum Programm gehören aber auch künstlerische Postkarten und Mode in all ihren Erscheinungsformen. Wir hoffen sehr, dass das Hoffmann-Moser Gespann noch viele verschiedene Kunstwerke gestalten wird.

 

Besteck                                  Gitterkorb

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